Nachdem ich heute über sechs Stunden am Computer gesessen habe, ohne dass man behaupten könnte, dass irgendwas Wesentliches dabei herausgekommen wäre, verbrachte ich die zweite Hälfte des Tages im Garten. Mal dies, mal das, hier an den Tomaten geschnitten, dort nach den Feigen gesehen, Rekordernte, wenn nun nichts mehr dazwischen kommt, so verging der späte Nachmittag.
Nun, nach zwei köstlichen Hühnerbeinen in Knoblauch gebraten, Salat, Knobikartoffeln und einem eiskalten Weizenbier, sehe ich die Welt schon wieder etwas positiver.
Bei Weizenbier fällt mir ein Erlebnis in der Küstenstadt ein. Wir waren zum Essen eingeladen, doch leider hat unser Gastgeber den Namen des Lokals falsch in Erinnerung gehabt. Es war nicht im Tropicana, einem Sexclub, den es schon lange nicht mehr gibt, sondern im Rusticana, einer Pizzeria, aber das hätte man sich doch denken können…
Na ja, irgendwann haben wir es halt doch noch gefunden, und kaum saß ich am Tisch, sah ich, dass mein Gastgeber schon an einem herrlichen Hefeweizen nuckelte. Klar, dass ich der Bedienung, einer Spanierin, sofort eine “Cerveza de trigo” in Auftrag gab. Nein, geben wollte, den die machte nur ein ratloses Gesicht und sagte sowas wie “Häää, que quieres?”
“Na,” sagte ich in eloquentem Kastilisch, “sowas wie der da drüben, ein Weizenbier halt!”
“Una weiße, claro!” Und Erleichterung machte sich auf ihrem Gesicht breit, wobei sie das Wort “Weiße” bayrisch ausgesprochen hat, ich schwöre!
Und alsbald rollte dann auch ein fachmännisch gezapftes Weizenbier an, dass zu meinem Steak herrlich schmeckte. Also kann man feststellen, dass die deutsche Sprache nicht nur im Englischen ihre Spuren hinterlässt, sondern inzwischen sogar im Spanischen, und das ist bei der Fremdwörterimmunität der Spanier fast schon ein Wunder.
Ein Bericht über Pizzaessen im Sexclub wäre aber aufregender gewesen!
…vielleicht wäre dort auch eine ‘Weiße’ etwas anderes gewesen…
Her uff Pizzaessen, wenn ich schon mal im Sexclub wäre …. Nein ernsthaft bin ich dafür wahrscheinlich für alle Zeiten verdorben, seit dem ich in den 80ern regelmäßig als Chauffeur von Silvo Samba solche Etablissements ansteuern musste.
Der spielte nämlich öfters in Großpuffs. Unvergessen, wie einmal eine Puffmutter auf die Idee kam, Silvo mit seiner Gitarre in ein Minischlauchboot zu quetschen, und ihn wie so eine Art Gondoliere auf dem puffeigenen Swimmingpool treiben zu lassen, im weit aufstehenden und trotzdem über dem Bauch spannenden Hawaiihemd, die Hose raufgekrempelt, und trotzdem ist ihm der Hintern nass geworden. Es war so herzzerreißend tragikomisch, dass ich mich auf dem Heimfahrt vor Lachen geschüttelt habe. Hab’s nie jemandem erzählt, weil es natürlich auch extrem entwürdigend war, nu isses verjährt.
@Stefan: dein Kommentar war dann tatsaechlich noch besser als der eigentliche Eintrag!
Und schade, aber verstaendlich, dass es nicht zu weiteren Schildererungen kommt, kannst du nicht hypothetische Geschichten ueber Tonio Tango schreiben?
Na, hier geht´s ja zu!
Und dann noch unter der scheinheilig-biederen Überschrift “Gegen Frust hilft immer der Garten”…