Die Dorf-Fiesta ist das wichtigste Event, das die (Alt-)Einheimischen hier feiern. Am ersten Wochenende im August strömt alles auf die Plaza, Tische und Stühle werden aufgestellt, an jedem Tag “spielt” eine andere unsägliche Band schreckliche Musik* und dann wird den ganzen Abend geschwoft und getrunken. Und genau an diesen drei Tagen wird die Casa del Cura, das alte Pfarrhaus, als Lagerraum und als Spülküche genutzt, genug Anlass, um es nun für schlappe 51.000 Euro von einer rumänischen Firma kernsanieren zu lassen. Es müssen ja in der Krise Arbeitsplätze erhalten werden, Madrid zahlt ja. Lapidarer Kommentar eines Arbeiters: “Hätten die uns das Geld direkt gegeben, wäre allen mehr gedient.”
Nun hat aber leider der Herr Architekt (das ist der, der bei der Aktion das meiste Geld verdient) so absurde Ideen gehabt, dass sich die Arbeiten immer weiter hinausgezögert haben, und nun schaffen es die Rumänen nicht, alles bis zur Fiesta fertigzustellen. Das heißt, sie würden es bis Freitag schaffen, aber die Festeros** dieses Jahres bestehen darauf, schon ab Mittwoch hier wüten vorbereiten zu können, aber bis Mittwoch werden die Arbeiten nicht fertig.
Pech gehabt!
* Da stehen einfach ein paar Männlein und Weiblein auf der Bühne, die Musik kommt komplett aus der Konserve, aber man mimt den ganzen Abend lang so, als spiele man selber, was man nicht tut. Bestenfalls der Gesang ist live.
** Gruppe von jährlich wechselnden Hausbesitzern, die das Fest de facto ausrichten. Die Tatsache, dass die Alt-Einheimischen ausnahmslos nicht mehr hier wohnen im Gegensatz zu den Einwanderern, sich aber nichtsdestotrotz als die “wahren Dorfbewohner” fühlen führt immer mehr zu einem gewissen Unverständnis bei den Neubürgern.