In fast jedem Hobby, dem die Menschen frönen, trifft man diesen Zeitgenossen, meistens aber nicht immer männlich, der glaubt, mit besonders teurer und trickreicher Ausrüstung seine Leistung verbessern zu können.
Ob das das achttausend Euro teure Carbonfiberfahrrad ist, dessen Komponenten der wahre Aficionado gebetsmühlenartig aufsagen kann, oder die viertausend Euro teure Brettgitarre, die in Wirklichkeit von ausgebeuteten Koreanern in 14 Stunden-Schichten zusammengebaut, aber mit einem US Logo versehen wurde.
Auch im Tennis gibt es die, die aus ihren Schlägern eine wahre Wissenschaft machen, bis hin zu magischen Ritualen beim Bespannen. Als dann vor ein paar Jahren auch noch angeblich aktiv in den Spielprozess eingreifende kleine Chips auf den Markt kamen, die, auf den Griff geklebt, angeblich den Return verbessern und vor dem berüchtigten Tennisarm* schützen sollten, da ereignete sich in einem kleinen Städtchen im Saarland eine Geschichte, die zu schön ist um wahr zu sein, vielleicht ist sie auch gar nicht wahr, aber dann ist sie immerhin zu schön, um nicht erzählt zu werden.
Jedenfalls saß man im Clubheim des Tennisclubs beisammen, das obligatorische Glas Karlsberg in der Hand, als wieder einmal eine verbale Materialschlacht begann. Jeder übertraf den anderen mit den Features seines Rackets, und dies hier noch und das, was den Topspin verstärkt und was weiß ich noch alles.
Einzig der ehemalige Bundesligaspieler, nun Trainer einer Weltranglistenspielerin und eigentlich nur zu Besuch, saß stumm da und schüttelte unablässig den Kopf ob dieser unfassbaren Aufschneiderei. Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Technikgläubigkeit der Andern in Frage zu stellen, platzte ihm schließlich der Kragen: “Ihr spinnt doch alle mit eurem teuren Schnickschnack. Spielen muss man können in erster Linie, das ist, worauf es ankommt. Euch schlag ich doch alle noch mit einer Bratpfanne.”
Nun, einer solchen Herausforderung konnte man schlecht widerstehen, und so wurde ein Termin vereinbart und der Clubmeister mit seinem elektronisch verstärkten Spezialracket trat gegen einen Ex-Profi mit einer Bratpfanne an – und verlor haushoch!
Ich möchte mich nicht dafür verbürgen, dass es sich wirklich in Deutschlands ehemals größtem Dorf genau so zugetragen hat, aber immer, wenn ich mich dabei ertappe, wie ich anfange, die Ausrüstung eines andere Gitarristen neidvoll zu betrachten, denk ich mir schnell im Stillen: “Das spiel’ ich doch mit der Bratpfanne”

Meine Babies..
* Der sogenannte Tennisarm ist ein Krampf und kein Entzündung, was sich leider immer noch nicht zu der Mehrheit des Ärzte herumgesprochen hat. Die (dauerhafte) Heilung besteht aus einigen ganz einfachen isometrischen Übungen, die man leicht mehrmals am Tag durchführen kann und die innerhalb kurzer Zeit nachhaltig helfen. Ich war damals, als ich hier am Haus ca. 40 oder mehr Tonnen Kies und Dreck geschippt habe, selbst ein Tennisarmpatient und kann die Wirksamkeit der Übungen aus eigener Erfahrung voll bestätigen. Bei Bedarf kurze Email, ich schicke dann eine kostenloses Übungsblatt mit der Anleitung per PDF.
Dito. Tischtennis, aber da sind die Schläger auch nicht so teuer.
Nachtrag: Ein TT Schläger, wie ich und die Meisten in unserem Verein ihn im Gebrauch habe, kostet um die 100 €, meiner sogar nur 90€. Die Tage habe ich das Material von Timo Boll (Deutscher Topspieler, 4. der Weltrangliste) im Katalog gesehen. Sein Schläger kostet 244 €.
Den kauf ich jetzt und bin damit genau so gut wie er. Bestimmt!
Aber wie sind seine Brateigenschaften?
Zu den Brateigenschaften schreibe ich vielleicht bald mal einen eigenen Blogeintrag unter der Überschrift “Reibungsgaren”
LOL, ich sehe schon Spiegeleier auf gluehender TT Edelware. Und in D geht ja in ein paar Monaten auch die Grillsaison wieder los …
@/d/n: Tja, das ist der Vorteil in D. Wir können uns auf das Grillen noch so richtig freuen